Ich hoffe ihr hattet alle schöne Ostern und konntet euch ein wenig erholen. Wie ich gehört habe, gibt es ja wieder Schnee in Österreich. Von Schnee sind wir ja hier sehr weit entfernt. Seit 2 Wochen haben wir strahlenden Sonnenschein. In der Nacht kühlt es zwar schon ordentlich ab, aber das ist auch gut so. So kann man gut schlafen und stirbt nicht vor Hitze. Die Sonne hat aber eben auf unserer Höhe eine ordentliche Kraft.
Mir geht es soweit noch immer sehr gut. Manchmal packen mich große Müdigkeitsattacken. Das gute ist, dass ich hier noch Zeit finden kann um Ihnen dann das ein oder andere Mal nachzugeben. Im Unterricht ist es halt nicht so optimal ;-)
Letzte Woche war ja Ostern und dies ist für die Bolivianer doch sehr wichtig. Auch wenn der Anteil der Katholiken in den letzten Jahren auch hier abgenommen hat, ist doch die Mehrheit “katholisch”. Am Gründonnerstag am Abend haben wir uns also in die Stadt begeben. Es dauerte ewig bis wir in die Stadt kamen da es schien als wäre ganz CBBA auf dem Weg in die Stadt. Es herrschte ein wenig eine Stimmung wie eben einem Stadtfest.
Überall waren Heurigengarnituren aufgestellt und sie verkauften Api (ein Maisgetränk, das ein wenig nach Apfelkompott schmeckt) und frittierte “pfu- weiß- nicht wie sie heißen” Taschen ganz wenig gefüllt mit Käse. Und dann beginnt man sich von den Massen durch die verschiedenen Kirchen schieben zu lassen. Eigentlich sollte man genauso viele Kirchen abklappern wie es Stationen beim Kreuzweg gibt (steinigt mich aber ich weiß nicht mehr genau wie viele das sind 12?) 
Wir haben nur 5 geschafft und eine von außen,... Es ist echt unglaublich. Zart besaitet darf man nicht sein, da es teilweise echt eng ist.
Aber die Stimmung ist prinzipiell eine gute. Ich habe jemanden erzählen gehört, dass der Gründonnerstag für die Jugend auch so etwas wie ein “Schneckencheckfest” (Zit. Franzi) ist. Für Raphael war es eher ein fest, dass ihm kurzfristig eine “Maulsperre” verpasste, da der Zuckerapfel, mehr aus Zucker als aus Apfel bestand ;-)
Am Karfreitag haben wir uns dann in aller Herrgottsfrüh aufgemacht um zu Inkaruinen, nahe der kleinen Stadt Sipe Sipe, zu fahren.
Da die Bolivianer es ja nicht so mit der Pünktlichkeit haben, haben wir auf eine Bolivianische Bekannte (Gisela) über eine Stunde in Sipe Sipe gewartet. Franzi schien vor lauter Warten schlecht z werden und so musste die Motivation einer Heimfahrt ins Bett weichen ;-( wir haben dich sehr vermisst Franzi.
Die letzten Helden, die den Gewaltmarsch auf sich nahmen, machten sich dann auf um den “Berg” zu bezwingen. Es ist echt unglaublich, wie schnell man die Höhe hier spürt. (Und ich dachte ich war echt ganz gut trainiert, als ich Wien verlassen hatte ;-))
Nachdem uns dann Martin ein paar seiner Kokablätter abgetreten hatte ging es dann besser. 3 Stück in en Mund, ein wenig kauen und schon schaut die Welt schon wieder besser aus.
Nach 2,5 Stunden und brennender Hitze kamen wir dann bei den Ruinen an. Und Ruinen waren es im wahrsten Sinne des Wortes. Viel war nicht mehr zu erkennen, und man könnte sich nur mit viel Phantasie zusammenreimen, wie es wohl ausgesehen haben mag. 
Zu Beginn war ich kurz ein wenig enttäuscht, mit der Zeit fing mich der Platz und sein Charme jedoch ein, und ich begann zu verstehen, warum sie wohl gerade dort gebaut haben müssen.

Unsere Wanderung verlief im Großen und Ganzen sehr ruhig und still, was ich total genossen habe, da wir alle mal zeit hatten ein wenig nachzudenken und unseren Körper die nötige Bewegung zukommen zu lassen.

In Sipe Sipe bekamen wir dann noch eine kleine Osterprozession zusehen bevor wir mit einem Zwischenstop bei Martin und Ramona (2 Schweizer Volontaris, welche in einem kleinen Dorf in der Nähe von CBBA arbeiten) wieder nach CBBA fuhren.
Am Samstag waren wir dann bei einer Schweizer Freundin (Claudia) schwimmen, noch etwas erledigt von unsere Wanderung. 
Das war super gemütlich - Danke an dieser Stelle noch mal an Claudia, die uns das ermöglicht hat und uns köstlich bewirtet hat, mit frischer Ananas und Pfirsichen - lecker! Am Abend waren wir dann auch noch ein wenig fort und tanzen - bin jetzt eigentlich jede Woche Salsatanzen. Ist echt super.
Sonntag haben wir dann einen kleinen Ausflug nach tarata gemacht ein nahe gelegenes Dorf, welche noch starke Spuren der Kolonialzeit zeigte und für seine Chorizos bekannt ist - kleine Würstchen, die so ähnlich schmecken, wie Bratwürstel. 
Die Fahrt dorthin stellte sich jedoch gar nicht so einfach heraus, da zunächst niemand zu wissen schien, wie wir denn überhaupt dorthin gelangen konnten. Wir sind uns ein wenig wie bei Asterix und Obelix erobern Rom vorgekommen - wir wurden von einem Strasseneck und wieder zurückgeschickt worden, weil einfach keiner Ahnung hatte. Doch so schnell ließen wir uns nicht entmutigen und somit waren wir dann doch am Ort unseres “Verlangens” ;-)
Wir sind dann dort ein wenig herumgewandert und sind dann schlussendlich völlig ausgehungert in einem “Restaurant” gelandet. Die Speisekarte war überaus groß - Chorizo oder Innereien plus Beilagen ;-) und die Kueche bestens ausgestattet.
In der Schule werde ich jetzt auch ordentlich rangekommen, da ich noch vieles zu lernen habe und schön langsam wird auch bei mir die Zeit knapp ;-( Morgen wartet ein hardcoretag auf mich: 8h Schule!!!
Im Moment scheint es, als hätte ich kaum für etwas Zeit, dabei hab ich noch soviel zu tun hier. Ahhhh.
Naja schauen wir einmal. Heute schau ich mal in den größten Supermarkt CBBA um zu schauen ob ich meiner Familie ein österreichisches Gericht zaubern kann.
Am Wochenende wird dann der kleine meiner Familie getauft und hat gleichzeitig Geburtstag. Ich bin auch eingeladen und danach gibt es große Fiesta mit der ganzen Familie. Sie haben schon gesagt, dass ich ganz viel tanzen muss, und wenn es nicht gut genug ist, muss ich leider noch ein paar Wochen mehr hier bleiben ;-) daraufhin war ich dann gleich gestern 2 Stunden im Tanzunterricht - was einfach so unbeschreiblich super war, und ich sage nur - ich bin bereit ;-) wenn es mit dem Spanisch auch so schnell gehen würde, wie mit dem Salsa wäre ich echt glücklich ;-) Naja meine Lieben ich muss jetzt noch ein wenig “tarea” (hausübung) machen.
Ich hoffe dass es allen gut geht und freu mich von Euch zu hören. Mein nächster Bericht wird vermutlich mein letzter aus CBBA sein. Und ich muss zugeben, es fällt mir schon ein wenig schwer diese Stadt zu verlassne, auf der anderen Seite freu ich mich schon aufs Arbeiten und überhaupt auf Potosi. Also dann meine Lieben.
Abrazo Dina

